Artbookworld – Ein Onlineshop für Kunstbuchliebhaber

Wo kauft ihr eure Kunst- und Kulturbücher? Wo kauft ihr schöne Bücher? Als erstes fallen mir Museumsshops, Antiquariate und das Internet ein. Und manchmal auch die lokalen Buchhandlungen, aber nur wenn ich schon genau weiß, was ich kaufen möchte und es dort bestellen kann. In den seltensten Fällen sind diese Bücher in den Regalen vorhanden. Ausnahmen sind selbstverständlich Fachbuchhandlungen oder Bestseller, was bei Kunstbüchern, aber doch eher selten ist. Bei dem „großen Onlinehändler mit dem A.“, wie es meine Buchhändlerin immer so korrekt ausdrückt, bekommt man alles oder zumindest sehr sehr viel. Drastische Rabattierungen, versandkostenfreie Lieferung und der Lieferservice direkt nach Hause verführt viele Buchkäufer dazu, schnell auf den „Kaufen“-Button zu drücken. Mich hat er in der Vergangenheit schon oft verführt, das gebe ich zu. Aber gerade die Diskussionen um die Situation der Mitarbeiter und der Verlage (unabhängige kleine Verlage, Autoren etc.) waren so überzeugend, dass ich mich im vergangenen Jahr verstärkt nach Alternativen umgesehen habe. Und es gibt diese Alternativen! Sie sind vielleicht noch nicht so bekannt, aber das wird mit der Zeit hoffentlich kommen.

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Gerade im Kunstbuchbereich gibt es beispielsweise den neuen Onlineshop „artbookworld“. Die Kunst- und Kulturbücher werden für meinen Geschmack sowieso viel zu selten beachtet und verdienen eine höhere Aufmerksamkeit. Ein eigener Shop macht nun die Vielfalt der Publikationen in dieser Nische sichtbar: artbookworld.com.

Artbookworld habe ich auf der Frankfurter Buchmesse im letzten Jahr kennen gelernt und konnte ein sehr anregendes Gespräch mit der Projektmanagerin des Unternehmens, Charlotte Reimann, führen. Im Herbst des vergangenen Jahres ging der Shop online. Vertreten sind Bücher zu Kunst, Fotografie, Architektur, Design, Mode, aber auch Reiseführer und Kinderbücher. Es werden die Kataloge zu aktuellen Ausstellungen präsentiert, Fachbücher und Coffee Table Books. Man kann problemlos nach bestimmten Büchern suchen oder anhand der Empfehlungen und Rubriken, wie etwa „Bücher für die kalte Jahreszeit“ oder „Kunstromane“ in unterschiedlichen Themen stöbern. Rund 220.000 Titel von 2.500 internationalen Verlagen umfasst das Angebot und wächst sicherlich stetig.

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Als Alleinstellungsmerkmal soll der Shop zum einen endlich die Kunstbücher sichtbarer im heutigen Buchhandel machen, zum anderen werden redaktionelle Features das „Herzstück der Plattform“ sein. Ich habe den Shop und seine Social Media-Aktivitäten nun, neugierig wie ich bin, etwa 3 1/2 Monate beobachtet. Funktioniert dieses Konzept tatsächlich?

Grundsätzlich denke ich, dass das Konzept funktioniert. Die nach Rubriken wie „Fotografie“ oder Themen geordneten Bereiche laden sehr zum Stöbern ein und es macht Spaß sich diese Zusammenstellungen anzusehen. In der Vorweihnachtszeit gab es eine Reihe auf Facebook, die die zehn schönsten Kunstbücher vorgestellt hat, was ich eine sehr gute Idee fand. Was die redaktionellen Features angeht, muss ich leider sagen, bin ich ein ganz klein wenig enttäuscht. Aktuell scheint es sich dabei um die sogenannten „Thementische“ (Zusammenstellungen) zu handeln, die mit zwei bis vier Sätzen eingeleitet werden. Ich hatte mir darunter etwas mehr vorgestellt. Allerdings ist der Grundgedanke von artbookworld ja ein Onlineshop und kein Blog. Möglicherweise verändert sich aber in der Richtung auch noch etwas. Christof Kerber, Gründer der Plattform artbookworld ließ verlauten:

Christof Kerber, Gründer der Plattform artbookworld.de.„Für 2015 planen wir dem Kunstbuchshop einen redaktionell betreuten Blog zur Seite zu stellen, um Themen rund um Kunst, Künstler und Kunstbücher mehr Raum einräumen zu können. So genannte „Thementische“ soll es zudem verstärkt geben, denkbar sind auch Kooperationen mit Künstlern, Kuratoren, Kunstvermittlern und Bloggern. Auch unsere Aktivitäten in den sozialen Netzwerken wollen wir im kommenden Jahr weiter ausbauen und unseren Fans mit regelmäßigen Buchempfehlungen, Verlagsporträts und Tipps zu aktuellen Ausstellungen einen Einblick in die Kunstbuchwelt gewähren.“

Wir dürfen also noch einiges erwarten.

Auf meine Nachfrage: Wie artbookworld in den ersten drei Monaten angenommen worden ist, antwortete Kerber ebenso bereitwillig:

„Der Launch der Betaversion von artbookworld kurz vor der Frankfurter Buchmesse im September 2014 hat für große Aufmerksamkeit in der Kunst- und Verlagsszene gesorgt. Natürlich hofft man auf einen guten Start, aber wir waren dann doch überwältigt von dem großen Interesse und dem überaus positiven Feedback von Kunden und Verlagen. Das hat uns gezeigt, dass wir mit einer Plattform speziell für Kunstbücher offene Türen einrennen. Sehr willkommen waren uns allerdings auch die kritischen Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge, die uns gezeigt haben, an welchen Punkten wir noch arbeiten müssen. Mit dem Datenbestand, den wir zurzeit nutzen, sind wir beispielsweise noch nicht zufrieden. Hier hoffen wir, dass die neuen Regelungen des VLB zur Metadatenpflege zur Qualitätssteigerung beitragen werden. Auch die Usability des Shops wollen wir in den kommenden Monaten noch weiter verbessern.“

Ein interessanter Zusatz findet sich außerdem auch auf der Website unter dem Menüpunkt „Über uns“. Dort wird eine Förderung von Kunstprojekten und Künstlern angekündigt. Sobald die Plattform wirtschaftlich erfolgreich ist, will artbookworld einen Teil der erzielten Gewinne in die Kunstszene zurückfließen lassen, so Kerber. Eine sehr schöne Idee. Dies könnten beispielsweise finanzielle Unterstützungen von Kunstprojekten oder einer Publikation sein. Ich bin gespannt, wie sich dies weiterentwickeln wird.

Insgesamt gibt Artbookworld Hoffnung, dass es für das, was an Spezialbuchhandlungen Tag für Tag in unseren Städten verschwindet, zumindest im Netz eine Renaissance geben kann. Schön wäre das!

Von |2015-02-04T18:35:04+00:0004.02.2015|Literatur|

Über den Autor:

Alexa Brandt
Seit 1998 als Digitalredakteurin für die result gmbh tätig, übernahm sie im August 2012 als zertifizierte Social Media Managerin die Leitung der Unternehmenskommunikation und kümmert sich neben der klassischen PR auch um die sozialen Kanäle und das Corporate Blog der Digitalagentur. Zudem verantwortet sie redaktionelle Projekte namhafter Kunden. Seit Juni 2013 ist sie stellvertretende Leitung der Digitalredaktion.

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