Liebe Kulturbetriebe, wo bleibt Euer #wirsindmehr?

Als Kultur- und Opernbloggerin bin ich immer wieder fasziniert, wie vielseitig und bunt die musikalische Kulturlandschaft in Deutschland ist – vor allem auch in NRW. Es gibt unzählige Spielstätten, eine Reihe Konzerthäuser, Orchester und Chöre. Und das Tolle: Alle diese Einrichtungen und Klangkörper setzen sich zusammen aus Künstlerinnen und Künstler verschiedenster Länder.

Obgleich der kulturelle Hintergrund der einzelnen Mitglieder verschieden ist, spielen sie erfolgreich und überzeugend zusammen. Mir gefällt das immer wieder aufs Neue. Gerade die Oper ist grenzüberschreitend. Hier finden sich nicht nur die verschiedensten Genres, sondern auch ein großes Spektrum an Nationalitäten trifft zusammen. Auch für Peter Lohmeyer eine besondere Erfahrung, als er in der Oper Lyon eine Sprechrolle übernahm, wie er mir berichtete.

Durch ihre »multikulturelle Ausrichtung« hilft Kultur gegen Nationalismus – wie gut, dass wir einen toll funktionierenden deutschen Kulturbetrieb mit internationaler Besetzung haben!

Umso enttäuschender finde ich es, dass wir in diesen Zeiten so wenig von den hochkulturellen Einrichtungen hören oder sehen. Sie sollten eigentlich die ersten sein, die ein Zeichen setzen, Haltung zeigen und sich für ein buntes Europa stark machen. Sie sollten im digitalen Raum eine Stimme erheben und sich als das, was sie sind, erkennbar machen: tolerant und weltoffen. Unter dem Hashtag #wirsindmehr findet man sie bisher jedenfalls kaum. Liegt es nun daran, dass sie unpolitisch sein wollen, um ihr Publikum nicht zu spalten? Oder ist ein Grund, dass sie digital »nicht auf der Höhe der Zeit« sind? Letzteres kann ich mir fast nicht vorstellen.

Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn man künftig mehr Beiträge findet, in denen die Kultur Stellung bezieht. Bisher sehe ich da nur und in vorbildlicher Weise immer wieder die Klangkörper des WDR, etwa hier:

Von |2018-09-12T16:04:42+00:0012.09.2018|Allgemein|

Über den Autor:

Sabine Haas
Sie gründete 1994 das result Markt- und Medienforschungsinstitut, 2007 folgte eine Webagentur, im Jahr 2011 der Geschäftsbereich Beratung. Als Kennerin der alten wie auch Neuen Medien gehört sie zu den gern gesehenen Speakerinnen bei Fachveranstaltungen & Kongressen rund um das Thema "Digitaler Wandel/Medienwandel".

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