Digitales Theater ist (fast) ein Widerspruch in sich – eine Replik

Vor zwei Wochen hat Sabine Haas hier auf dem Kultur-Blog über digitale Kulturangebote geschrieben. Sie formulierte dort den Wunsch, dass sich bei Live-Streams oder digitalen Aufnahmen von Theateraufführungen noch mehr entwickeln muss. Nils Bühler sagt nun: Digitales Theater – das kann nichts werden.

 

Sabine hat, denke ich, in ihrem Artikel zu digitalen Kulturangeboten recht: In den letzten Monaten haben sich viele Kultureinrichtungen ins Zeug gelegt, um digitale Ausdrucksformen für ihre Künste zu finden, doch im Großen und Ganzen gibt es noch Luft nach oben. In einer Sache ist der Wunsch nach einer Entwicklung jedoch vergebens: Das Theater wird sich nicht ins Digitale übertragen lassen. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen.

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Von |2021-02-18T13:55:25+01:0018.02.2021|Kulturkommunikation|

Digitale Konzerte, Museen und Theater – Hat das alles eigentlich eine Zukunft?

Die Lockdowns während der Coronapandemie haben viele digitale Angebote von eigentlich nicht-digitalen Institutionen hervorgebracht. Viele gute und auch nicht so gute Beispiele haben wir hier auf dem Kultur-Blog schon besprochen. Doch wie steht es um die digitalen Kulturangebote im Gesamten? Sabine Haas gibt eine Einschätzung.

 

In Zeiten von Corona bleibt den Kultureinrichtungen nur der eine Weg, um mit dem Publikum in Kontakt zu kommen: Das Internet. Es ist also kein Wunder, dass es inzwischen ein extrem breites Angebot an digitaler Kultur gibt und dieses Angebot täglich weiter wächst. Kulturinteressierte können digital Konzerte besuchen, Theater-Livestreams verfolgen, 360-Grad-Apps auf ihr Handy laden, Podcasts abonnieren und vieles mehr. Das ist toll, denn es zeigt, wie breit die Möglichkeiten digitaler Kulturerfahrungen inzwischen sind.

Dennoch: Immer noch sind viele dieser digitalen Kulturevents eher „Notlösungen“ oder „Ausweichangebote“, die die Pandemie als Ausnahmesituation hervorbringt und die nicht wirklich überzeugen. Der Grund: Vieles ist nicht durchdacht, einiges technisch sehr aufwändig und oft ist die Hürde bei der Nutzung so groß, dass man schon vor dem Einstieg abgeschreckt ist.

Nach einer Reihe von „digitalen Kulturbesuchen“ bekomme ich mehr und mehr den Eindruck, dass es noch eine Weile dauert, bis sich eine attraktive und sinnvolle „digitale Kulturlandschaft“ herausgebildet hat, deren Besuch wirklich Spaß macht – und zwar nicht nur in Zeiten einer Pandemie.

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Von |2021-02-04T15:05:36+01:0004.02.2021|Kulturkommunikation|

Bach-Podcasts als neuer Trend? Der MDR zieht nach

Nur wenige Tage ist es her, da schrieb Sabine Haas über den Podcast der Bachakademie Stuttgart. Nun sind wir auf ein Konkurrenzprogramm aufmerksam gemacht worden. Auch den Podcast „Die Bachkantate mit Maul und Schrammeck“ hat Sabine Haas getestet. Sie stellt fest: Auch hier ist die Länge das Problem.

 

Mit Ihrem erläuternden Podcast zu der Musik Bachs (Barock@Home) scheint die Bachakademie Stuttgart einen regelrechten Trend gesetzt zu haben. Während sie zu Beginn mit diesem Angebot noch alleine war, gibt es nun – innerhalb kürzester Zeit – schon zwei Konkurrenzangebote. Eines davon, ein Podcast-Angebot von MDR Klassik, möchte ich hier kurz vorstellen.

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Von |2020-12-18T15:28:31+01:0018.12.2020|Kulturkommunikation|

„Inseln“ – der MDR-Rundfunkchor dokumentiert sein Innenleben

Der MDR-Rundfunkchor zeigt in einer Multimedia-Dokumentation eine Corona-Komposition. Was sperrig klingt, ist eine außergewöhnliche Öffnung, die sich der Isolation dieser Zeit zu widersetzen scheint, ohne sie schlicht zu ignorieren, meint unser Autor Nils Bühler.

 

Ich bin kein Fan von Dokus. Die älteren schläfern mich ein, die neueren empfinde ich seit dem Zusatz „-tainment“ als zumindest tendenziös. Doch hin und wieder gibt es dann doch Exemplare, die besondere Einblicke in unbekannte Welten erzeugen. Es ist mal wieder so weit: Ich kann mich über eine Doku freuen. Zu verdanken habe ich das der Coronapandemie.

Die Multimedia-Dokumentation „Inseln“ ist die Corona-Schöpfung des MDR-Rundfunkchors, der wie die meisten Kultureinrichtungen Lockdown-Zwangspausen erlebt. „Inseln“ sollte dem Chor ermöglichen, auch in Zeiten sozialer Distanz gemeinsam zu klingen und eine Uraufführung präsentieren zu können. Da der 72-köpfige Chor wegen Abstandsregeln nicht in leiblicher Kopräsenz singen kann, bleibt zum Zusammenklingen nur eine zeitlich versetzte Performance, die am Schluss zusammenmontiert wird. Das klingt bisher zugegebenermaßen nicht nach einem außergewöhnlichen Konzept – Tonschnitt gibt es schließlich schon seit vielen Jahrzehnten. Doch „Inseln“ ist mehr als eine Montage. Es versucht, das in der Pandemie veränderte Spannungsfeld von Nähe und Distanz zu thematisieren und macht dabei, wie ich finde, vieles richtig.

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Von |2020-12-15T13:58:08+01:0015.12.2020|Kulturkommunikation|

Bachs Weihnachtsoratorium – Was hinter den Noten steckt

Der Podcast „Barock@Home“ der Bachakademie Stuttgart versucht, Interessierten und Kulturbegeisterten die geistliche Musik Bachs näher zu bringen. Sabine Haas hat ihn für den Kultur-Blog getestet – und ist (fast rundum) begeistert.

Besondere Zeiten erfordern besondere Mittel. Und manchmal ist das Ergebnis so gut, dass man sich fragt, warum es das nicht immer schon gab. So zum Beispiel im Falle des Podcast „Barock@Home“ der Internationalen Bachakademie Stuttgart.

„Corona hat uns gezwungen, viele analoge Formate auszusetzen. So auch unser moderiertes, mobiles Konzertformat ‚Hin und weg!‘, das sehr viel Zuspruch bekommen hat. Um eine digitale Alternative zu bieten, haben wir diese Podcast-Reihe aufgesetzt“, erläutert Christine Roth, Leiterin Kommunikation, Internationale Bachakademie Stuttgart. So wurde das Podcast-Projekt „Barock@Home“ zwar aus der Not geboren, stellt aber in keiner Weise ein Provisorium dar. Im Gegenteil: Die Idee, auf digitalem Wege regional unabhängig alle Interessierten an dem umfangreichen Wissen der Bachakademie teilhaben zu lassen, ist naheliegend und überzeugt sofort.

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Von |2020-12-03T10:43:59+01:0003.12.2020|Kulturkommunikation|

Eine Wundertüte voller Überraschungen

Das Seriencamp-Festival ist erstmals online für alle per Stream nutzbar. Sabine Haas urteilt: Die Inhalte sind top, das Format leider flop.

Seit 2015 gibt es das Münchener Seriencamp. Die zuletzt viertägige Veranstaltung war in erster Linie als Publikumsfestival konzipiert, bei dem das Thema Serie im Rahmen öffentlicher und kostenfreier Kino-Vorstellungen zu einem gemeinsamen Erlebnis gemacht werden sollte. Darüber hinaus wurde im Rahmen einer Fachkonferenz der kreative Austausch von Machern, Produzenten und Sendern ermöglicht.

Aktuell wird das Seriencamp coronabedingt erstmals als Online-Event durchgeführt. Es startete am 5.11 mit einer Vorab-Premiere der Serie Spy City und läuft noch bis zum 22.11. Nutzer*innen in Deutschland können sich kostenlos registrieren, um sich die über 70 ausgewählten Serien verschiedener Genres und Herkunftsländer anzusehen. Darüber hinaus gibt es spannende Interviews zu deutschen Neuproduktionen, die während der Fachkonferenz am 6. Und 7.11 geführt wurden.

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Von |2020-11-11T16:58:29+01:0011.11.2020|Kulturkommunikation|

Köln und die Zukunft seiner Museen – MiQua meets DOMiD

Unser Autor Nils wurde zu einer außergewöhnlichen Stadtrundfahrt eingeladen, deren besondere Sehenswürdigkeiten noch in der Zukunft liegen. Auf dem Kultur-Blog berichtet er von seinem Blick in die Zukunft der Kölner Museumslandschaft.

Köln bekommt zwei weitere hochkarätige und besondere Museen. Um einmal deren vollen Namen zu nennen: Es geht um das „MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln“ und das geplante Haus der Einwanderungsgesellschaft des„DOMiD | Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland“. Das MiQua befindet sich gerade im Bau und will neben den Schätzen der archäologischen Zone jüdische Geschichte und Kultur präsentieren. Das Haus der Einwanderungsgesellschaft des DOMiD tritt gerade in die Planungsphase ein und soll eine Begegnungsstätte werden, in der sich Besucher*innen über Migration in Deutschland bilden und austauschen können. Die Institutionen hinter den beiden zukünftigen Museen wollen somit Perspektiven zu Themenkomplexen aufzeigen, die die deutsche Geschichte seit Langem mitprägen und die doch zu selten eingenommen und berücksichtigt werden.  Dieser Schnittmenge möchten beide nun in einem gemeinsamen virtuellen Projekt Ausdruck verleihen.

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Von |2020-11-04T11:51:52+01:0003.11.2020|Kulturkommunikation|

Demokratisierung des Museums: nextmuseum.io versucht, durch Digitalisierung Kurationsprozesse zu öffnen

Wie könnte das Museum der Zukunft aussehen? Die meisten Experimente, die diese Frage beantworten wollen, versuchen, den Museumsbesuch neu zu gestalten – die Kuration bleibt dabei oft verschlossen. Das Museum Ulm und das NRW-Forum in Düsseldorf haben am 1. Juli 2020 die Plattform nextmuseum.io gestartet, die diesen Umstand verändern soll. Ich habe mir das von der Bundeskulturstiftung im Rahmen des Fonds Digital geförderte Projekt einmal angeschaut und mit Marina Bauernfeind, einer Initiatorin des Projekts, gesprochen.

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Von |2020-08-06T16:07:06+02:0006.08.2020|Kulturkommunikation|

Kunst auf Instagram: Like oder Dislike?

Als ich vor wenigen Wochen bei result anfing, dachte ich nicht, dass ich heute hier sitzen und einen Beitrag über Kunst schreiben würde. Als Modebloggerin verstehe ich Mode auch als eine Art von Kunst, allerdings auf eine andere ästhetische Art und Weise. Doch als Liebhaberin von Instagram fragte ich mich: Wie sieht es eigentlich mit Kunst aus? Instagram ist schließlich die kreative Plattform schlechthin, doch verkörpern das dort auch die Kunstmuseen und Künstler? (mehr …)

Von |2020-07-14T12:46:42+02:0004.03.2020|Kulturkommunikation|
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