Tatsächlich gehört das Kölnische Stadtmuseum zu den wenigen Kölner Museen, die ich bislang – eher unbewusst – noch nie besucht habe. Nach einer inspirativen Führung durch die derzeit stattfindende Sonderausstellung mit dem Titel »Konrad der Große« wird es aber sicherlich nicht das letzte Mal sein.

Ich muss gestehen, dass ich Konrad Adenauer bislang vornehmlich als ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland verortet hatte. Über sein Wirken als Bürgermeister der Stadt Köln war mir wenig bekannt. Zu erfahren, dass er ein solcher Visionär war und wie nach ihm wohl kein anderer Bürgermeister danach viele bis heute wichtige Entwicklungen für Köln in Gang brachte, wie er den Grundstein für Köln als zukünftige Medienstadt und wichtigen Industriestandort schuf – das alles hat mich doch tief beeindruckt.

So etwa organisierte er die Internationale Presse-Ausstellung (Pressa) im Jahr 1928, eine sechs Monate währende Ausstellung, mit der er auf die zunehmende kulturelle und ökonomische Bedeutung von Presse und Kommunikationstechnik aufmerksam machen wollte. Ihm ist es zu verdanken, dass 1929 die Ford-Werke von Berlin nach Köln zogen und im Zuge dessen die zu dieser Zeit technisch einmalige Mülheimer Brücke gebaut wurde. Ebenso sind die Universität zu Köln und die Messe Köln auf sein Engagement zurückzuführen. Auch der Kölner Grüngürtel wurde durch Adenauers Vision einer lebenswerten Stadt für ihre Bürger geschaffen.

Einmalige Exponate der Ausstellung legen Zeugnis ab von dieser Köln immens prägenden Zeit. Das Vermächtnis des Bürgermeisters Konrad Adenauer für die Stadt lässt sich anhand dieser sicherlich gut selbst erkunden, dennoch empfehle ich die einstündige Führung. Wer daran teilgenommen hat, erhält eine gute Vorstellung davon, warum die Ausstellung (zurecht) ihren imposanten Titel erhielt.


Da das Kölnische Stadtmuseum auch im Netz sehr aktiv ist, lohnt es sich für alle Kölner und Köln-Interessierten, auf der Facebook-Seite des Museums oder dessen Twitter-Account zu stöbern und sich inspirieren zu lassen. Auf der Fan-Page gibt es immer auch eine aktuelle Übersicht zu Führungen und weiteren Veranstaltungen – wie etwa vom Museum organisierte Instawalks oder andere Streifzüge zu besonderen Orten der Stadt, mit denen über die reine Ausstellung hinaus informiert und zum gemeinsamen Erkunden anregt wird.

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich die Ausstellung »Konrad der Große« anzuschauen, sollte sich sputen. Sie endet am 19. November 2017.


Hörtipp: Auf der Suche nach weiteren Infos zu Adenauers Schaffen bin ich im Netz auf die Audiodokumente »Aus seinem Leben« gestoßen, in denen er selbst zu Wort kommt und Stellung bezieht zu wichtigen Stationen seines privaten wie auch politischen Lebens.


Copyright Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln/Wolfgang F. Meier

 

 

Alexa Brandt

Blogs gehören zu ihrem beruflichen Alltag. In Kunst und Kultur fühlt sie sich ganz privat zu Hause. Als Autorin des Kultur-Blogs freut sie sich, hin und wieder beides miteinander verbinden zu können.