Jetzt ist das stARTcamp Köln 2015 auch schon wieder vorbei! Was im Vorfeld unter scheinbar schlechtem Stern stand, hat sich zu einem Erfolg für Teilnehmer wie Veranstalter entwickelt. Die Sessions waren allesamt kreativ, luden zum Mitmachen und Diskutieren ein. So beispielsweise auch die Session über die Sichtbarkeit der freien Kunsträume Köln, deren Ergebnisse ich im Folgenden vorstellen werde. Insgesamt hatten sich über 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingefunden, um das Thema zu diskutieren und persönliche Gedanken und Eindrücke zum Ausdruck zu bringen.

Keiner kennt die Kunsträume

Das Ergebnis schockiert zunächst, denn die Mehrheit der stARTcamper kannten – obwohl sie alle kulturinteressiert sind – die Kunsträume bislang gar nicht! Es scheint auch nicht klar, welche »Mission« diese Räume erfüllen und wie sie zusammengehören. Natürlich ist das sehr schade, doch es besteht Hoffnung: Alle Teilnehmer haben Interesse daran bekundet, mehr über die Räume zu erfahren. Sie möchten sie näher kennenlernen und vor allem jene im eigenen Umfeld gerne einmal besuchen.

Das Interesse an den Räumen ist (bislang) nicht so groß, dass man sich aktiv danach erkundigen würde. Zumal die Recherche sehr mühsam und aufwendig ist. Man wünscht sich daher eine Informationsquelle im »eigenen Stream«, sprich, eine Möglichkeit, Updates über Facebook oder Instagram (onlineaffine Zielgruppe) einzusehen.

Eine Karte soll für den Überblick sorgen

Es wurden weitere Vorschläge gemacht, um die Sichtbarkeit der Räume zu erhöhen: So sollte zunächst in jedem Fall eine Übersichtskarte angeboten werden, die sowohl offline in Form von Flyern/Prospekten etc. als auch online (auf einer Webseite) verfügbar ist. Im Anschluss daran könnte eine gebündelte Veranstaltung ähnlich den offenen Abenden der Galerien oder der Ateliers organisiert werden. Dies würde sich alternativ auch mit dem Tag der Ateliers kombinieren lassen.

Aktualität garantieren

Ein weiterer Aspekt hinsichtlich der Kommunikation und Vernetzung wurde diskutiert: Die Teilnehmer sprachen sich für eine nachhaltige Online-Kommunikation aus, da nur so eine dauerhafte Vernetzung mit dem Publikum möglich sei. Bei »Printprodukten only« sei eine flexible Reaktion auf aktuelle Geschehnisse sowie Ankündigungen so gut wie unmöglich.

Notwendig sei zudem ein gut gepflegter, weil beständig aktualisierter Online-Kalender mit allen angebotenen Veranstaltungen. Dieser müsse zusammen mit der Karte unter einer gemeinsamen Webadresse auffindbar sein. Darüber hinaus sollte diese Webseite einen einprägsamen, kurzen Namen haben, den man beispielsweise als Hashtag mit hohem Wiedererkennungswert dauerhaft auf allen sozialen Netzen verwenden könne.

Statische Webseite unerwünscht

Die Webseite benötige außerdem einen wechselnden redaktionellen Inhalt (beispielsweise im Blog-Stil), den man regelmäßig in die sozialen Netze ausspielen könne. Daher sei eine statische Seite eher ungeeignet. Durch das Einstellen tagesaktueller Inhalte auf dem Blog sowie den sozialen Netzwerken würde die Aufmerksamkeit der Leser stets neu auf die freien Kunsträume gelenkt. Somit blieben sie dauerhaft sichtbar und würden nicht wieder aus den Köpfen der Interessenten verschwinden.

Schließlich stellte sich die Frage, ob ein solches Projekt auch finanzierbar sei, und es wurde spontan kalkuliert, mit welchen Kosten zu rechnen wäre: Der Aufwand für die Redaktion wurde mit fünf bis zehn Stunden pro Woche kalkuliert, was (im Falle einer externen Betreuung durch eine Agentur) einem Preis von etwa 900 bis 1.500 Euro im Monat entspräche. Die Erstellung der Webseite auf WordPress-Basis inklusive der Karte und des Kalenders sollte nicht allzu aufwendig sein. Geschätzter Preis in der stARTcamper-Runde: einmalig 2.000 bis 4.000 Euro (je nach Aufwand und Wünschen).

Vielen Dank an alle, die dabei waren!

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal bei Euch allen bedanken, die ihr als Sessionteilnehmer des stARTcamps Köln die oben geteilten Ideen und Anregungen in meine Session eingebracht habt. Ein besonderer Dank aber auch allen anderen Vortragenden, die mehr oder weniger spontane und zudem kreative Sessions auf die Beine gestellt haben.

Wer mehr über die freien Kunsträume in Köln erfahren möchte, kann sich einen ersten Eindruck im Artikel über die freien Kunsträume auf der Art Fair 2015 machen. Weitere Eindrücke zum #sck15 sowie ein Ausblick auf das #sck16 findet Ihr auf der Webseite.

Sabine Haas
Die Diplom-Psychologin, Medienexpertin und Gründerin der 3C Dialog GmbH gehört zu Deutschlands bekanntesten Fachfrauen, wenn es um die Themen »Service2020« und »Digitale Kommunikation« geht. Mit ihrer in Köln ansässigen Digitalagentur berät und begleitet die Unternehmerin seit über 20 Jahren namhafte Unternehmen und große Medienanstalten auf deren Weg in die Digitalisierung. Sabine Haas ist zudem leidenschaftliche Bloggerin, gern gesehene Speakerin und gefragte Interviewpartnerin. Seit 2013 ist sie als Dozent für »Onlinemarketing« an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg tätig.