Kulturkommunikation2020-07-30T12:23:22+02:00

Kulturkommunikation

Wie wird Kultur im Internet kommuniziert? Was sind innovative Wege, auch analoge Kultur in die Welt zu tragen und den Menschen zugänglich zu machen? Können digitale Wege der Kommunikation helfen, die Kultur zu demokratisieren?

Diesen und verwandten Fragen gehen wir in dieser Rubrik nach. Im Fokus stehen Best-Practice Beispiele der Kulturkommunikation, manchmal wollen wir aber auch einfach Fundstücke präsentieren, die uns persönlich begeistern.

Literaturbesprechungen brauchen einen medialen Neuanfang

Literaturformate in den Medien erleben eine Krise. Statt sich zu verändern, halten sie an überholten Privilegien fest. Nils Bühler meint: Um aus der Echokammer zu kommen, muss Literaturkritik anders auf die Menschen zugehen.

 

Die Literaturkritik sieht sich unter Druck gesetzt. Im Radiosender WDR3 stehen Veränderungen an. Unter anderem soll sich an der Kultursendung Mosaik morgens um kurz nach 6:00 Uhr etwas ändern. Was genau sich ändern soll, ist noch nicht klar, und offiziell ist sowieso noch nichts, doch eine geleakte Mail aus den Kreisen des WDR führt zum großen Aufschrei. Werden die Buchbesprechungen, die fester Bestandteil der Literaturszene sind, komplett gestutzt? Wird die Literatur im Öffentlich-Rechtlichen noch weiter zurückgedrängt?

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Von |30.06.2021|

Inklusives, hybrides Design für die Kulturvermittlung – Interview mit Alexandra Verdeil von Tactile Studio

Alexandra Verdeil, Geschäftsführerin Tactile Studio für Deutschland und Österreich, erklärt im Interview, was inklusives Design für sie bedeutet, was hybride Technologien damit zu tun haben und wie das Museum der Zukunft aussehen sollte.

Die inklusive Designagentur Tactile Studio entwickelt Ausstellungsobjekte für internationale Museen. Sie setzt auf sensorische Vielfalt, um möglichst allen Menschen einen Kulturzugang zu ermöglichen. In ihren neueren Projekten spielen dabei hybride Technologien eine wichtige Rolle, RFID-Chips zum Beispiel, die ganze Räume zum Leben erwecken können. Die Objekte der Agentur stehen unter anderem im Kunsthistorischen Museum Wien, im Louvre Abu Dhabi und im Deutschen Museum. Alexandra Verdeil, Geschäftsführerin in Deutschland und Österreich, erklärte mir im Interview, was digitale Lösungen für eine inklusivere Museumswelt leisten können und warum Vielfalt in der Kulturvermittlung so wichtig ist.

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Von |17.06.2021|

Digitales Theater ist (fast) ein Widerspruch in sich – eine Replik

Vor zwei Wochen hat Sabine Haas hier auf dem Kultur-Blog über digitale Kulturangebote geschrieben. Sie formulierte dort den Wunsch, dass sich bei Live-Streams oder digitalen Aufnahmen von Theateraufführungen noch mehr entwickeln muss. Nils Bühler sagt nun: Digitales Theater – das kann nichts werden.

 

Sabine hat, denke ich, in ihrem Artikel zu digitalen Kulturangeboten recht: In den letzten Monaten haben sich viele Kultureinrichtungen ins Zeug gelegt, um digitale Ausdrucksformen für ihre Künste zu finden, doch im Großen und Ganzen gibt es noch Luft nach oben. In einer Sache ist der Wunsch nach einer Entwicklung jedoch vergebens: Das Theater wird sich nicht ins Digitale übertragen lassen. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen.

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Von |18.02.2021|

Digitale Konzerte, Museen und Theater – Hat das alles eigentlich eine Zukunft?

Die Lockdowns während der Coronapandemie haben viele digitale Angebote von eigentlich nicht-digitalen Institutionen hervorgebracht. Viele gute und auch nicht so gute Beispiele haben wir hier auf dem Kultur-Blog schon besprochen. Doch wie steht es um die digitalen Kulturangebote im Gesamten? Sabine Haas gibt eine Einschätzung.

 

In Zeiten von Corona bleibt den Kultureinrichtungen nur der eine Weg, um mit dem Publikum in Kontakt zu kommen: Das Internet. Es ist also kein Wunder, dass es inzwischen ein extrem breites Angebot an digitaler Kultur gibt und dieses Angebot täglich weiter wächst. Kulturinteressierte können digital Konzerte besuchen, Theater-Livestreams verfolgen, 360-Grad-Apps auf ihr Handy laden, Podcasts abonnieren und vieles mehr. Das ist toll, denn es zeigt, wie breit die Möglichkeiten digitaler Kulturerfahrungen inzwischen sind.

Dennoch: Immer noch sind viele dieser digitalen Kulturevents eher „Notlösungen“ oder „Ausweichangebote“, die die Pandemie als Ausnahmesituation hervorbringt und die nicht wirklich überzeugen. Der Grund: Vieles ist nicht durchdacht, einiges technisch sehr aufwändig und oft ist die Hürde bei der Nutzung so groß, dass man schon vor dem Einstieg abgeschreckt ist.

Nach einer Reihe von „digitalen Kulturbesuchen“ bekomme ich mehr und mehr den Eindruck, dass es noch eine Weile dauert, bis sich eine attraktive und sinnvolle „digitale Kulturlandschaft“ herausgebildet hat, deren Besuch wirklich Spaß macht – und zwar nicht nur in Zeiten einer Pandemie.

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Von |04.02.2021|

Bach-Podcasts als neuer Trend? Der MDR zieht nach

Nur wenige Tage ist es her, da schrieb Sabine Haas über den Podcast der Bachakademie Stuttgart. Nun sind wir auf ein Konkurrenzprogramm aufmerksam gemacht worden. Auch den Podcast „Die Bachkantate mit Maul und Schrammeck“ hat Sabine Haas getestet. Sie stellt fest: Auch hier ist die Länge das Problem.

 

Mit Ihrem erläuternden Podcast zu der Musik Bachs (Barock@Home) scheint die Bachakademie Stuttgart einen regelrechten Trend gesetzt zu haben. Während sie zu Beginn mit diesem Angebot noch alleine war, gibt es nun – innerhalb kürzester Zeit – schon zwei Konkurrenzangebote. Eines davon, ein Podcast-Angebot von MDR Klassik, möchte ich hier kurz vorstellen.

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Von |18.12.2020|

„Inseln“ – der MDR-Rundfunkchor dokumentiert sein Innenleben

Der MDR-Rundfunkchor zeigt in einer Multimedia-Dokumentation eine Corona-Komposition. Was sperrig klingt, ist eine außergewöhnliche Öffnung, die sich der Isolation dieser Zeit zu widersetzen scheint, ohne sie schlicht zu ignorieren, meint unser Autor Nils Bühler.

 

Ich bin kein Fan von Dokus. Die älteren schläfern mich ein, die neueren empfinde ich seit dem Zusatz „-tainment“ als zumindest tendenziös. Doch hin und wieder gibt es dann doch Exemplare, die besondere Einblicke in unbekannte Welten erzeugen. Es ist mal wieder so weit: Ich kann mich über eine Doku freuen. Zu verdanken habe ich das der Coronapandemie.

Die Multimedia-Dokumentation „Inseln“ ist die Corona-Schöpfung des MDR-Rundfunkchors, der wie die meisten Kultureinrichtungen Lockdown-Zwangspausen erlebt. „Inseln“ sollte dem Chor ermöglichen, auch in Zeiten sozialer Distanz gemeinsam zu klingen und eine Uraufführung präsentieren zu können. Da der 72-köpfige Chor wegen Abstandsregeln nicht in leiblicher Kopräsenz singen kann, bleibt zum Zusammenklingen nur eine zeitlich versetzte Performance, die am Schluss zusammenmontiert wird. Das klingt bisher zugegebenermaßen nicht nach einem außergewöhnlichen Konzept – Tonschnitt gibt es schließlich schon seit vielen Jahrzehnten. Doch „Inseln“ ist mehr als eine Montage. Es versucht, das in der Pandemie veränderte Spannungsfeld von Nähe und Distanz zu thematisieren und macht dabei, wie ich finde, vieles richtig.

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Von |15.12.2020|
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