Menschenmassen in Köln verbindet man gerne mal mit angetrunkenen Gruppen verkleideter Personen oder der Domplatte bei sengendem Sonnenschein zur touristischen Hochsaison. Beides gehört nicht zu meinen Highlights im Jahr. Ein anderes Großereignis mit etwa 20.000 Besucherinnen und Besuchern treibt mich aber schon seit einigen Jahren immer wieder begeistert in die Innenstadt: die Museumsnacht, welche 2019 ihr 20-jähriges Bestehen feiert, und ich werde sie erneut besuchen. 

Größter Vorzug und größte Herausforderung der Museumsnacht ist deren riesiges Angebot. Von den bekanntesten Museen der Stadt, wie etwa das Museum Ludwig, über die skurrilen, aber spannenden Führungen des Festungsvereins durch alte Bunker bis hin zu kleinen Ateliers – jede der über 50 Locations hat eigene Veranstaltungen zu bieten oder lädt zu einem Blick hinter sonst verschlossene Kulissen ein.  

Auch wenn zwei meiner Lieblingslocations, das Praetorium, in dem sonst Konzerte in der unterirdischen Ruinenlandschaft stattfanden, und die Domausgrabung, in der man viel über die Geschichte der Stadt lernen kann, dieses Jahr nicht öffnen – die Qual der Wahl führt unweigerlich zum einzigen Frust der langen Nacht. Zwar gibt es vier Routen, die von den Veranstaltern vorgeplant sind und die man mit dem Shuttle (Tickets in der Eintrittskarte mitinbegriffen) befahren kann, aber auch auf diesen schon recht optimierten Wegen muss man sich entscheiden, welche Veranstaltungen man mitnehmen will. 

Um sich in dem Wust der Möglichkeiten zurechtzufinden, lohnt sich ein Blick auf die Veranstaltungsseite. Hier wird das Programm interaktiv aufbereitet. Alle Veranstaltungorte sind dort aufgeführt, und das Programm lässt sich nochmal nach Art oder Tour filtern. Auch können per Klick persönliche Favoriten mit einem gelben Herz versehen werde – tatsächlich gibt es hier aus meiner Sicht aber noch Verbesserungsbedarf in Sachen Usability. So kann man das vorherige Planen der Nacht zumindest versuchen. In der Realität lief es bei mir bisher nie so, wie ich es mir vorgenommen hatte. Das lag vielleicht auch an längeren Gesprächen an den Büdchen der Stadt, die man zwischen den Veranstaltungen prima besuchen kann, aber sicher auch daran, dass man sich durch die Museumsnacht am besten treiben lässt. Eine App, die einem das Navigieren von Location zu Location vereinfacht, wäre für die Zukunft wünschenswert. 

Termin: 2. November 2019, 19.00 bis 02.00 Uhr 


Bild: www.museumsnacht-koeln.de