Als ich vor wenigen Wochen bei result anfing, dachte ich nicht, dass ich heute hier sitzen und einen Beitrag über Kunst schreiben würde. Als Modebloggerin verstehe ich Mode auch als eine Art von Kunst, allerdings auf eine andere ästhetische Art und Weise. Doch als Liebhaberin von Instagram fragte ich mich: Wie sieht es eigentlich mit Kunst aus? Instagram ist schließlich die kreative Plattform schlechthin, doch verkörpern das dort auch die Kunstmuseen und Künstler?

Generation digitale Kunst

Instagram hat sich branchenübergreifend durchgesetzt und wird weltweit genutzt. Das Bild steht im Fokus und das begeistert heute Millionen von Nutzern. Die Schnappschüsse von damals gibt es nicht mehr. Heute übertrumpfen sich hochwertig bearbeitete Bilder. Fernab von jeglicher Realität erreichen diese tausende von Likes, gehen viral und werden zur Inspiration für die nächsten 1000 User. Diese neue Art von Kunst nimmt Einfluss auf Menschen, die sich nicht für Kunst interessieren. Ironie des Schicksals? Im Gegenteil, denn die Hemmschwelle wird niedriger. Instagram hat die Macht Menschen für Themen zu sensibilisieren. Das ist nicht nur bei Bodyshaming oder Klimawandel erfolgreich, sondern auch für die Kunst. Bilder wecken Emotionen in uns und so manche wecken auch Erinnerungen. Die Reichweite für künstlerische Arbeit ist durch die Plattform gewachsen und international geworden.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Kunstmuseen haben verstanden, worum es heute geht. Analoge Räume reichen nicht aus, um die heutige Generation zu faszinieren und für Kunst zu begeistern. Ebenso wie jeder Influencer seinen eigenen Stil in seinem Feed integriert, tun dies auch die Museen. Von gotischen Meisterwerken bis zur modernen Kunst – jedes trägt seine eigene Handschrift. Das Schöne daran? Die Museen bleiben sich auch in Zeiten der Digitalisierung selbst treu. Das fasziniert die User, denn in meiner Recherche habe ich selten ein Museum entdeckt, das unter 10.000 Follower hat.

Zudem unterstützt Instagram die Museen in der Kommunikation mit den Besuchern. Jetzt fragt ihr euch sicherlich, wie das funktioniert, wo diese Plattform doch gerne als oberflächlich betitelt wird. Viele nutzen hierfür die Macht der Hashtags. Ich erinnere mich noch gut an meine Kunstlehrerin, die sagte, dass jeder Kunst auf seine Weise wahrnimmt. Heute weiß ich, was sie damit meinte. Wie ist die Wahrnehmung bei den Besuchern? Dank Instagram ist das heute einfach zu ermitteln. Mittels Branded Hashtags werden Besucher aufgefordert, ihre Impressionen auf Instagram zu teilen. Eine Marketing-Strategie, die sich kostenlos einsetzen lässt und Aufschluss darüber gibt, welche Ecken des Museums beliebt sind und welche eben nicht. So können sich Kuratoren stärker auf die Weiterentwicklung des Museums konzentrieren – auf Grundlage des Besucherfeedbacks.

Auch kleine Galerien und junge Künstler nutzen Instagram, um auf sich aufmerksam zu machen. Zudem bietet die Plattform gerade Nachwuchskünstlern die Möglichkeit, ihre Werke zu verkaufen, was langfristig zu einer höheren Bekanntheit beitragen kann.

Noch skeptisch?

Viele sehen in den sozialen Medien eine Belastung oder auch eine Art von Bedrohung. Ich bin der Meinung, dass wir uns von vorgefertigten Urteilen freimachen müssen, um unsere eigene Meinung bilden zu können. Instagram bietet für die Kunstszene die Möglichkeit, ihre Liebhaber besser zu verstehen und mehr Menschen zu erreichen, als so manches Museum es ohne die sozialen Medien jemals geschafft hätte. Instagram vernetzt Menschen auf der ganzen Welt und ermöglicht uns Einblicke in Themen, die für uns vorher völlig fremd waren. Das Netzwerk sensibilisiert auf eine höchst ausdrucksstarke Weise: Bilder. Eine Form der Emotionalisierung, die sich über Jahrhunderte weiterentwickelt hat und nun für jeden über das mobile Endgerät wahrzunehmen ist. Die Kunstszene auf Instagram hat sich internationalisiert und bekommt daher von mir ein dickes Like!