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Manchmal muss man den Schritt wagen und sich von Altlasten befreien, so wie beim Onlineauftritt des Kulturportals für Hessen.  Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat sich für eine Modernisierung stark gemacht und mit Freude den Relaunch des Portals verkündet. Am 1. Juli war es so weit, das Portal war komplett überarbeitet worden und erstrahlte nun in neuem Glanz. Ab sofort sollen jährlich 90.000 Euro in Redaktion und technischen Support investiert werden.

Bunt, aber strukturiert

Was ist anders? Was ist neu? Ein wichtiger Schritt ist das Responsive Design, welches es ermöglicht, die Seite nun auch via Mobile Devices abzurufen, ohne dabei an »Bedienbarkeit« einzubüßen. Zudem ist die Seite werbefrei gehalten, damit der Nutzer von lästigen Bannern verschont bleibt und sich ganz auf die kulturellen Events konzentrieren kann. Konzentration ist auch notwendig, denn das neue Design besticht vor allem durch seine kunterbunte Kacheloptik. Den verschiedenen Genres »Literatur«, »Musik«, »Theater«, »Baukultur«, »Film & Medien«, »Geschichte«, »Szene & Soziokultur« wurden bestimmte Farben und Symbole zugeordnet, sodass man die jeweiligen Angebote auf einen Blick einordnen kann. Das kommt vor allem bei den Veranstaltungen zum Tragen, die nun in farbliche Kacheln unterteilt worden sind.

Die Landesregierung will mit dem Portal gezielt Museen, Theater, Konzerthallen und Bibliotheken unterstützen und fördern. So soll es in Zukunft einen Überblick über alle kulturellen Veranstaltungen in Hessen liefern. Kulturschaffende können Termine und kulturelle Informationen eintragen – natürlich kostenlos. Auf diesem Weg ergibt sich ein breites Spektrum an Veranstaltungen und kulturellen Möglichkeiten.

»Das Kulturportal zeigt, was unser Land kulturell zu bieten hat und soll damit gewissermaßen ein Kompass für alle Interessierten sein.« (Zitat Kunst- und Kulturminister Boris Rhein)

Kulturportal.Hessen

Das Portal verfolgt eine klare Linie

Das neue Kulturportal.Hessen soll vor allem durch eine einfache Struktur und das Design begeistern. Tatsächlich ist es sehr benutzerfreundlich und intuitiv bedienbar. Es gibt nur vier Oberpunkte in der Navigationsleiste und klare Abgrenzungen der einzelnen Themengebiete. Der Veranstaltungskalender erscheint im ersten Moment wuchtig, da viele Farben aufeinandertreffen und sehr viele Veranstaltungen taggleich dargestellt werden. Um den Überblick zu behalten, kann der Nutzer jedoch nach Kulturbereich, Ort und Veranstaltung filtern. Der Kalender ist auch schon reichlich mit Veranstaltungen befüllt worden, sodass aktuell täglich zwischen mehreren ausgewählt werden kann.

Bei Interesse an einer Veranstaltung erhält man per Klick viele Informationen zu Programm, Zeit und Ort. Außerdem auch weiterführende Links, wenn mehr Infos gewünscht sind. Ebenfalls ansprechend finde ich die grobe Gliederung der Neuigkeiten aus der Kulturszene. Neben Standardbereichen (Literatur, Museum) werden auch jahreszeitliche Kategorien (Halloween) und Veranstaltungen für Kids abgedeckt.

Veranstaltungskalender Kulturportal_Hessen

Zu viele Informationen stiften Unruhe

Generell finde ich das neue Kulturportal.Hessen optisch ansprechend. Es ist modern designed und bietet einen guten Überblick über vielfältige Veranstaltungen in Hessen. Allerdings gefällt mir die Lösung mit der flexiblen Navigationsleiste nicht. Beim herunterscrollen »verfolgt« sie den Nutzer auf seinem Weg nach unten und liegt dabei über dem eigentlichen Content. Das hat mich irritiert. Auf dem Smartphone ist die Leiste allerdings fest verankert. Zudem wird der Benutzer beim ersten Besuch von unzähligen Eyecatchern überrumpelt. Und dann kommt noch eine Navigationsleiste hinzu, die mitwandert und neben dem Slider für Bewegung sorgt. Und es hört nicht auf: Die vielen Neuigkeiten in den großen Kacheln und eigener Navigationsleiste ziehen die Aufmerksamkeit ebenso wie die bunten Kategorien am unteren Rand auf sich.  Das Auge weiß gar nicht, wo es zuerst hinsehen soll und vor allem, wo jetzt geklickt werden muss. Da will sich der Nutzer zunächst einmal zurechtfinden.

Über das Ziel, strukturierter zu sein, ist man damit meiner Meinung nach etwas hinausgeschossen. Kacheln bieten tolle Möglichkeiten ein einfaches Design umzusetzen und Eyecatcher zu schaffen. Zu viele Kacheln kehren den Effekt aber eher ins Negative und stiften Verwirrung. Dennoch sehe ich großes Potenzial in dem Portal und hoffe, dass die anfängliche Euphorie anhält und viel von den Kulturinteressenten wie auch kulturellen Einrichtungen genutzt wird.

 

 

Yasmin Neese
ist Medienwirtin, Redakteurin und Non-Stop online. Über den Leistungskurs Kunst hinaus hat es zwar nicht gereicht. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich aber gerne mit außergewöhnlicher, moderner Kunst. Wenn Familie und Beruf es zulassen, treibt sie auf ihrem Familienmischblog als »Die Rabenmutti« ihr Unwesen.