„Inseln“ – der MDR-Rundfunkchor dokumentiert sein Innenleben

Der MDR-Rundfunkchor zeigt in einer Multimedia-Dokumentation eine Corona-Komposition. Was sperrig klingt, ist eine außergewöhnliche Öffnung, die sich der Isolation dieser Zeit zu widersetzen scheint, ohne sie schlicht zu ignorieren, meint unser Autor Nils Bühler.

 

Ich bin kein Fan von Dokus. Die älteren schläfern mich ein, die neueren empfinde ich seit dem Zusatz „-tainment“ als zumindest tendenziös. Doch hin und wieder gibt es dann doch Exemplare, die besondere Einblicke in unbekannte Welten erzeugen. Es ist mal wieder so weit: Ich kann mich über eine Doku freuen. Zu verdanken habe ich das der Coronapandemie.

Die Multimedia-Dokumentation „Inseln“ ist die Corona-Schöpfung des MDR-Rundfunkchors, der wie die meisten Kultureinrichtungen Lockdown-Zwangspausen erlebt. „Inseln“ sollte dem Chor ermöglichen, auch in Zeiten sozialer Distanz gemeinsam zu klingen und eine Uraufführung präsentieren zu können. Da der 72-köpfige Chor wegen Abstandsregeln nicht in leiblicher Kopräsenz singen kann, bleibt zum Zusammenklingen nur eine zeitlich versetzte Performance, die am Schluss zusammenmontiert wird. Das klingt bisher zugegebenermaßen nicht nach einem außergewöhnlichen Konzept – Tonschnitt gibt es schließlich schon seit vielen Jahrzehnten. Doch „Inseln“ ist mehr als eine Montage. Es versucht, das in der Pandemie veränderte Spannungsfeld von Nähe und Distanz zu thematisieren und macht dabei, wie ich finde, vieles richtig.

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Von |2021-06-30T14:37:51+02:0015.12.2020|Kulturkommunikation|

Audioreportagen – Eine spannende Nische im Multimediarummel

„Wenn Du Erfolg haben willst, mach ein Video“, so die Meinung vieler Digitalagenturen. Und sicher ist das auch richtig: Bewegtbild ist die mit Abstand beliebteste Medienform im Netz. Vor der Erfindung des Internets war das nicht anders: Bewegte Bilder hatten schon immer einen besonderen Reiz. Fernsehen war Leitmedium, seit es zum Massenmedium wurde. Und auch die eisernen Fans von Hörspiel oder Podcast können an diesem Trend trotz Einsatz für den puren Ton nichts ändern. (mehr …)

Von |2020-07-14T12:51:19+02:0011.04.2017|Digitalkultur|
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