Nils Bühler

Über Nils Bühler

Medienkulturwissenschaftler (B.A.). Studiert derzeit Medienkulturwissenschaft im Master an der Universität zu Köln. Seine Studienschwerpunkte sind Game Studies, Medientheorie und die soziale Wirkung von Medien.

Digitales Theater ist (fast) ein Widerspruch in sich – eine Replik

Vor zwei Wochen hat Sabine Haas hier auf dem Kultur-Blog über digitale Kulturangebote geschrieben. Sie formulierte dort den Wunsch, dass sich bei Live-Streams oder digitalen Aufnahmen von Theateraufführungen noch mehr entwickeln muss. Nils Bühler sagt nun: Digitales Theater – das kann nichts werden.

 

Sabine hat, denke ich, in ihrem Artikel zu digitalen Kulturangeboten recht: In den letzten Monaten haben sich viele Kultureinrichtungen ins Zeug gelegt, um digitale Ausdrucksformen für ihre Künste zu finden, doch im Großen und Ganzen gibt es noch Luft nach oben. In einer Sache ist der Wunsch nach einer Entwicklung jedoch vergebens: Das Theater wird sich nicht ins Digitale übertragen lassen. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen.

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Von |2021-02-18T13:55:25+01:0018.02.2021|Kulturkommunikation|

„Inseln“ – der MDR-Rundfunkchor dokumentiert sein Innenleben

Der MDR-Rundfunkchor zeigt in einer Multimedia-Dokumentation eine Corona-Komposition. Was sperrig klingt, ist eine außergewöhnliche Öffnung, die sich der Isolation dieser Zeit zu widersetzen scheint, ohne sie schlicht zu ignorieren, meint unser Autor Nils Bühler.

 

Ich bin kein Fan von Dokus. Die älteren schläfern mich ein, die neueren empfinde ich seit dem Zusatz „-tainment“ als zumindest tendenziös. Doch hin und wieder gibt es dann doch Exemplare, die besondere Einblicke in unbekannte Welten erzeugen. Es ist mal wieder so weit: Ich kann mich über eine Doku freuen. Zu verdanken habe ich das der Coronapandemie.

Die Multimedia-Dokumentation „Inseln“ ist die Corona-Schöpfung des MDR-Rundfunkchors, der wie die meisten Kultureinrichtungen Lockdown-Zwangspausen erlebt. „Inseln“ sollte dem Chor ermöglichen, auch in Zeiten sozialer Distanz gemeinsam zu klingen und eine Uraufführung präsentieren zu können. Da der 72-köpfige Chor wegen Abstandsregeln nicht in leiblicher Kopräsenz singen kann, bleibt zum Zusammenklingen nur eine zeitlich versetzte Performance, die am Schluss zusammenmontiert wird. Das klingt bisher zugegebenermaßen nicht nach einem außergewöhnlichen Konzept – Tonschnitt gibt es schließlich schon seit vielen Jahrzehnten. Doch „Inseln“ ist mehr als eine Montage. Es versucht, das in der Pandemie veränderte Spannungsfeld von Nähe und Distanz zu thematisieren und macht dabei, wie ich finde, vieles richtig.

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Von |2020-12-15T13:58:08+01:0015.12.2020|Kulturkommunikation|

Köln und die Zukunft seiner Museen – MiQua meets DOMiD

Unser Autor Nils wurde zu einer außergewöhnlichen Stadtrundfahrt eingeladen, deren besondere Sehenswürdigkeiten noch in der Zukunft liegen. Auf dem Kultur-Blog berichtet er von seinem Blick in die Zukunft der Kölner Museumslandschaft.

Köln bekommt zwei weitere hochkarätige und besondere Museen. Um einmal deren vollen Namen zu nennen: Es geht um das „MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln“ und das geplante Haus der Einwanderungsgesellschaft des„DOMiD | Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland“. Das MiQua befindet sich gerade im Bau und will neben den Schätzen der archäologischen Zone jüdische Geschichte und Kultur präsentieren. Das Haus der Einwanderungsgesellschaft des DOMiD tritt gerade in die Planungsphase ein und soll eine Begegnungsstätte werden, in der sich Besucher*innen über Migration in Deutschland bilden und austauschen können. Die Institutionen hinter den beiden zukünftigen Museen wollen somit Perspektiven zu Themenkomplexen aufzeigen, die die deutsche Geschichte seit Langem mitprägen und die doch zu selten eingenommen und berücksichtigt werden.  Dieser Schnittmenge möchten beide nun in einem gemeinsamen virtuellen Projekt Ausdruck verleihen.

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Von |2020-11-04T11:51:52+01:0003.11.2020|Kulturkommunikation|

Demokratisierung des Museums: nextmuseum.io versucht, durch Digitalisierung Kurationsprozesse zu öffnen

Wie könnte das Museum der Zukunft aussehen? Die meisten Experimente, die diese Frage beantworten wollen, versuchen, den Museumsbesuch neu zu gestalten – die Kuration bleibt dabei oft verschlossen. Das Museum Ulm und das NRW-Forum in Düsseldorf haben am 1. Juli 2020 die Plattform nextmuseum.io gestartet, die diesen Umstand verändern soll. Ich habe mir das von der Bundeskulturstiftung im Rahmen des Fonds Digital geförderte Projekt einmal angeschaut und mit Marina Bauernfeind, einer Initiatorin des Projekts, gesprochen.

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Von |2020-08-06T16:07:06+02:0006.08.2020|Kulturkommunikation|

Freie Podcasts werden nicht verschwinden

Podcasts sind ein selbstbestimmtes Medium. Ihre Kontrolle obliegt nur den Produzent*innen und nicht großen Konzernen wie YouTube oder Facebook. Die redaktionelle und technische Umsetzung, inklusive des Hostings und Verbreitens, kann durch eine einzelne Person (oder ein Bot) durchgeführt werden und doch weltweit über die unterschiedlichsten Geräte und Software empfangen werden. Doch seitdem Podcasts in den kommerziellen Interessensbereich gerückt sind, ist die Sorge groß, dass diese Bastion der kommunikativen Freiheit im Internet durch „Plattformisierung“ in algorithmisierte Gleichheit gepresst wird. (mehr …)

Von |2020-06-25T14:07:11+02:0025.06.2020|Digitalkultur|

Chatbots zur musealen Wissensvermittlung?

Viele Museen haben nach langer Corona-Pause wieder geöffnet. Trotzdem kann man nicht behaupten, der Kulturbetrieb hätte wieder zur Normalität zurückgefunden – und das wird er vermutlich für eine ganze Weile auch nicht. Wie also jetzt Kultur vermitteln? Videokunst, Serien, Games und andere ohnehin (inzwischen) meist digitale Kunst genießen verständlicherweise zurzeit eine erhöhte Auslastung, aber was ist mit all dem Material, das in den Museen sonst so große Aufmerksamkeit erlangt und jetzt ein eher staubiges Nischendasein führt? (mehr …)

Von |2020-07-14T12:45:00+02:0003.06.2020|Digitalkultur|

Institutionen für die Games-Kultur

Digitale Spiele teilten einmal die Öffentlichkeit. Einerseits wurden sie täglich analysiert, rezensiert und natürlich gespielt. Andererseits wurde ihre Nutzung in Gänze kritisiert, unter Generalverdacht gestellt und ihre ganze Kultur als nicht-Kunst gewertet oder schlicht und einfach ignoriert. Diese unvereinbar scheinenden Standpunkte weichen sich zum Glück inzwischen auf, die Zeit der aus dieser Spaltung resultierenden Verbotsaufrufe ist (mehr oder weniger) vorbei. (mehr …)

Von |2020-07-14T12:46:53+02:0014.01.2020|Digitalkultur|
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