Nils Bühler

Über Nils Bühler

Der Medienkulturwissenschaftler forscht zu Games und medialer Kontrolle. Seit 2017 kommt der Digitalredaktion der result gmbh seine Leidenschaft zum Texteverfassen zugute, seit 2020 hat er die redaktionelle Leitung des Kultur-Blog inne.

Literaturbesprechungen brauchen einen medialen Neuanfang

Literaturformate in den Medien erleben eine Krise. Statt sich zu verändern, halten sie an überholten Privilegien fest. Nils Bühler meint: Um aus der Echokammer zu kommen, muss Literaturkritik anders auf die Menschen zugehen.

 

Die Literaturkritik sieht sich unter Druck gesetzt. Im Radiosender WDR3 stehen Veränderungen an. Unter anderem soll sich an der Kultursendung Mosaik morgens um kurz nach 6:00 Uhr etwas ändern. Was genau sich ändern soll, ist noch nicht klar, und offiziell ist sowieso noch nichts, doch eine geleakte Mail aus den Kreisen des WDR führt zum großen Aufschrei. Werden die Buchbesprechungen, die fester Bestandteil der Literaturszene sind, komplett gestutzt? Wird die Literatur im Öffentlich-Rechtlichen noch weiter zurückgedrängt?

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Von |2021-06-30T15:46:43+02:0030.06.2021|Kulturkommunikation|

Inklusives, hybrides Design für die Kulturvermittlung – Interview mit Alexandra Verdeil von Tactile Studio

Alexandra Verdeil, Geschäftsführerin Tactile Studio für Deutschland und Österreich, erklärt im Interview, was inklusives Design für sie bedeutet, was hybride Technologien damit zu tun haben und wie das Museum der Zukunft aussehen sollte.

Die inklusive Designagentur Tactile Studio entwickelt Ausstellungsobjekte für internationale Museen. Sie setzt auf sensorische Vielfalt, um möglichst allen Menschen einen Kulturzugang zu ermöglichen. In ihren neueren Projekten spielen dabei hybride Technologien eine wichtige Rolle, RFID-Chips zum Beispiel, die ganze Räume zum Leben erwecken können. Die Objekte der Agentur stehen unter anderem im Kunsthistorischen Museum Wien, im Louvre Abu Dhabi und im Deutschen Museum. Alexandra Verdeil, Geschäftsführerin in Deutschland und Österreich, erklärte mir im Interview, was digitale Lösungen für eine inklusivere Museumswelt leisten können und warum Vielfalt in der Kulturvermittlung so wichtig ist.

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Von |2021-06-30T14:29:45+02:0017.06.2021|Kulturkommunikation|

Lässt sich Wahlinteresse „gamifizieren“?

Der SWR bietet mit „Wie entscheidest du?“ ein Browsergame zu den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg an. Nils Bühler meint: Auch dieser recht gelungene Versuch spielerischer Aufklärung hat enge Grenzen.

Deutschland ist im Superwahljahr und das inmitten einer Pandemie. Ohnehin schon komplexe Themen werden nicht gerade übersichtlicher. Um eine Entscheidung bei der Wahl zu unterstützen, gibt es schon länger den einflussreichen Wahl-O-Mat, der die Übereinstimmung eigener Werte und Vorstellungen mit jenen der zur Wahl stehenden Parteien abgleicht. Der SWR hat nun ein weiteres Wahl-Game in Umlauf gebracht, welches sich – etwas sperrig – „Wie entscheidest du?“ nennt. Das klingt nach Gamification und Politik und in meinen Ohren damit eher nach einer alptraumhaften Kombination, schließlich haftet dem Ganzen ein „Gschmäckle“ vom Social Engineering inhumaner Human-Resources-Strategien an. Um zu überprüfen, ob mein Trigger begründet ist, habe ich mir das Game einmal angeschaut.

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Von |2021-03-10T15:14:20+01:0010.03.2021|Digitalkultur|

Digitales Theater ist (fast) ein Widerspruch in sich – eine Replik

Vor zwei Wochen hat Sabine Haas hier auf dem Kultur-Blog über digitale Kulturangebote geschrieben. Sie formulierte dort den Wunsch, dass sich bei Live-Streams oder digitalen Aufnahmen von Theateraufführungen noch mehr entwickeln muss. Nils Bühler sagt nun: Digitales Theater – das kann nichts werden.

 

Sabine hat, denke ich, in ihrem Artikel zu digitalen Kulturangeboten recht: In den letzten Monaten haben sich viele Kultureinrichtungen ins Zeug gelegt, um digitale Ausdrucksformen für ihre Künste zu finden, doch im Großen und Ganzen gibt es noch Luft nach oben. In einer Sache ist der Wunsch nach einer Entwicklung jedoch vergebens: Das Theater wird sich nicht ins Digitale übertragen lassen. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen.

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Von |2021-06-30T14:35:23+02:0018.02.2021|Kulturkommunikation|

„Inseln“ – der MDR-Rundfunkchor dokumentiert sein Innenleben

Der MDR-Rundfunkchor zeigt in einer Multimedia-Dokumentation eine Corona-Komposition. Was sperrig klingt, ist eine außergewöhnliche Öffnung, die sich der Isolation dieser Zeit zu widersetzen scheint, ohne sie schlicht zu ignorieren, meint unser Autor Nils Bühler.

 

Ich bin kein Fan von Dokus. Die älteren schläfern mich ein, die neueren empfinde ich seit dem Zusatz „-tainment“ als zumindest tendenziös. Doch hin und wieder gibt es dann doch Exemplare, die besondere Einblicke in unbekannte Welten erzeugen. Es ist mal wieder so weit: Ich kann mich über eine Doku freuen. Zu verdanken habe ich das der Coronapandemie.

Die Multimedia-Dokumentation „Inseln“ ist die Corona-Schöpfung des MDR-Rundfunkchors, der wie die meisten Kultureinrichtungen Lockdown-Zwangspausen erlebt. „Inseln“ sollte dem Chor ermöglichen, auch in Zeiten sozialer Distanz gemeinsam zu klingen und eine Uraufführung präsentieren zu können. Da der 72-köpfige Chor wegen Abstandsregeln nicht in leiblicher Kopräsenz singen kann, bleibt zum Zusammenklingen nur eine zeitlich versetzte Performance, die am Schluss zusammenmontiert wird. Das klingt bisher zugegebenermaßen nicht nach einem außergewöhnlichen Konzept – Tonschnitt gibt es schließlich schon seit vielen Jahrzehnten. Doch „Inseln“ ist mehr als eine Montage. Es versucht, das in der Pandemie veränderte Spannungsfeld von Nähe und Distanz zu thematisieren und macht dabei, wie ich finde, vieles richtig.

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Von |2021-06-30T14:37:51+02:0015.12.2020|Kulturkommunikation|

Köln und die Zukunft seiner Museen – MiQua meets DOMiD

Unser Autor Nils wurde zu einer außergewöhnlichen Stadtrundfahrt eingeladen, deren besondere Sehenswürdigkeiten noch in der Zukunft liegen. Auf dem Kultur-Blog berichtet er von seinem Blick in die Zukunft der Kölner Museumslandschaft.

Köln bekommt zwei weitere hochkarätige und besondere Museen. Um einmal deren vollen Namen zu nennen: Es geht um das „MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln“ und das geplante Haus der Einwanderungsgesellschaft des„DOMiD | Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland“. Das MiQua befindet sich gerade im Bau und will neben den Schätzen der archäologischen Zone jüdische Geschichte und Kultur präsentieren. Das Haus der Einwanderungsgesellschaft des DOMiD tritt gerade in die Planungsphase ein und soll eine Begegnungsstätte werden, in der sich Besucher*innen über Migration in Deutschland bilden und austauschen können. Die Institutionen hinter den beiden zukünftigen Museen wollen somit Perspektiven zu Themenkomplexen aufzeigen, die die deutsche Geschichte seit Langem mitprägen und die doch zu selten eingenommen und berücksichtigt werden.  Dieser Schnittmenge möchten beide nun in einem gemeinsamen virtuellen Projekt Ausdruck verleihen.

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Von |2021-06-30T14:39:44+02:0003.11.2020|Kulturkommunikation|
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