Schon in der eigenen Stadt ist es fast unmöglich, einen Ăberblick ĂŒber das Kulturgeschehen zu bekommen und zu behalten. Noch schlimmer ist es, wenn man in einer anderen Stadt verweilt und nur begrenzt Zeit hat. Dort kennt man die Webseiten nicht, auf denen jemand sich die MĂŒhe macht und zusammentrĂ€gt, was es Interessantes wo und wann gibt. Meistens muss man sich solche Informationen mĂŒhselig zusammenpicken. Das kann ganz schön frustrierend sein. Die App MyArtWalk startet den Versuch, das zumindest im Bereich »Ausstellungen« zu Ă€ndern und legt gleich noch eine Art Kunst-Navigations-App drauf.
Bisher gibt es MyArtWalk nur fĂŒr MĂŒnchen und Berlin. Da ich in Köln sitze, kann ich die App leider nicht vor Ort testen. Dennoch: Einen kurzen Blick hinein habe ich mir gegönnt, schlieĂlich könnte das Angebot ja mal auf die Domstadt erweitert werden â das zumindest kann sich Betriebswirtin Heinke Hagemann, die die Idee dazu hatte, vorstellen. FĂŒr die Domstadt gibt es zwar die wundervolle »Rausgegangen«-App, die aber umfasst deutlich mehr als nur Ausstellungen. Die beiden Anwendungen bedienen also unterschiedliche Interessen.
MyArtWalk bietet vor allem eine Ăbersicht ĂŒber Ausstellungen in den jeweiligen Stadtgebieten und bereitet Informationen wie Ort, Zeit und Inhalt einer Ausstellung sehr kompakt auf. Zu jeder Ausstellung, die in der App zu finden ist, sind einige Bilder eingepflegt, ein Text, der sie beschreibt und dankbarerweise auch eine Angabe dazu, wie lange man sich dort fĂŒr gewöhnlich aufhĂ€lt. Klingt sehr banal, der Vorteil ist aber eben, dass man nicht fĂŒr jede Ausstellung eine eigene Internetseite nach diesen Informationen durchforsten muss â was beim derzeitigen Trend zum Weniger-Als-Minimalismus bei Webseiten- und Plakatgestaltung teilweise gar nicht so einfach ist.
Sollte die Navigationsfunktion das halten, was sie verspricht, freue ich mich schon, wenn das Angebot in Köln Einzug hĂ€lt â bei meinem Rumprobieren ohne vor Ort zu sein scheint sie mir nĂŒtzlich, wenn auch ein wenig kontraintuitiv. Das Potenzial der App ist auf jeden Fall hoch. In MĂŒnchen gibt es beispielsweise eine Kooperation mit der langen Nacht der Museen, die ich mir fĂŒr die Kölner Museumsnacht als sehr vorteilhaft vorstellen kann. So könnte man die Nacht endlich richtig planen, ohne sich mehrfach durch das gefĂŒhlt bibeldicke Programmheft arbeiten zu mĂŒssen (fĂŒr Köln brĂ€uchte es in der App allerdings noch die Funktion fĂŒr BĂŒdchen-Stopps).