„Inseln“ – der MDR-Rundfunkchor dokumentiert sein Innenleben

Der MDR-Rundfunkchor zeigt in einer Multimedia-Dokumentation eine Corona-Komposition. Was sperrig klingt, ist eine außergewöhnliche Öffnung, die sich der Isolation dieser Zeit zu widersetzen scheint, ohne sie schlicht zu ignorieren, meint unser Autor Nils Bühler.

 

Ich bin kein Fan von Dokus. Die älteren schläfern mich ein, die neueren empfinde ich seit dem Zusatz „-tainment“ als zumindest tendenziös. Doch hin und wieder gibt es dann doch Exemplare, die besondere Einblicke in unbekannte Welten erzeugen. Es ist mal wieder so weit: Ich kann mich über eine Doku freuen. Zu verdanken habe ich das der Coronapandemie.

Die Multimedia-Dokumentation „Inseln“ ist die Corona-Schöpfung des MDR-Rundfunkchors, der wie die meisten Kultureinrichtungen Lockdown-Zwangspausen erlebt. „Inseln“ sollte dem Chor ermöglichen, auch in Zeiten sozialer Distanz gemeinsam zu klingen und eine Uraufführung präsentieren zu können. Da der 72-köpfige Chor wegen Abstandsregeln nicht in leiblicher Kopräsenz singen kann, bleibt zum Zusammenklingen nur eine zeitlich versetzte Performance, die am Schluss zusammenmontiert wird. Das klingt bisher zugegebenermaßen nicht nach einem außergewöhnlichen Konzept – Tonschnitt gibt es schließlich schon seit vielen Jahrzehnten. Doch „Inseln“ ist mehr als eine Montage. Es versucht, das in der Pandemie veränderte Spannungsfeld von Nähe und Distanz zu thematisieren und macht dabei, wie ich finde, vieles richtig.

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Von |2020-12-15T13:58:08+01:0015.12.2020|Kulturkommunikation|

Die Livemusik in Zeiten von Corona: Die Stunde der (ganz) Kleinen

„Das Ende der Livemusik“, „die endgültige Verlagerung der Musik ins Digitale“ oder „Rückkehr zum Bittstellertum“. Was wurde im April nicht schon alles zum Zustand der Musikbranche in den Zeiten von Corona geschrieben? Und jetzt? Schießen Biergärten mit Konzertmöglichkeiten wie Pilze aus dem Boden, und das Publikum nimmt dies dankbar an. Also alles wieder gut? Eine Einschätzung von Digitalredakteur und Musiker Michael Dorp.

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Von |2021-03-03T09:48:00+01:0018.08.2020|Erlebtes & Entdecktes|

Chatbots zur musealen Wissensvermittlung?

Viele Museen haben nach langer Corona-Pause wieder geöffnet. Trotzdem kann man nicht behaupten, der Kulturbetrieb hätte wieder zur Normalität zurückgefunden – und das wird er vermutlich für eine ganze Weile auch nicht. Wie also jetzt Kultur vermitteln? Videokunst, Serien, Games und andere ohnehin (inzwischen) meist digitale Kunst genießen verständlicherweise zurzeit eine erhöhte Auslastung, aber was ist mit all dem Material, das in den Museen sonst so große Aufmerksamkeit erlangt und jetzt ein eher staubiges Nischendasein führt? (mehr …)

Von |2020-07-14T12:45:00+02:0003.06.2020|Digitalkultur|
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